Bild: Eine Schülerin bei der Gruppenarbeit in ihrer Schulklasse in der weiterführenden Schule

Geschichte

Als das LFS 1983 seine Arbeit aufnahm, erhielten junge Menschen mit Sehschädigung in Schleswig-Holstein erstmals nach über 40 Jahren ein spezifisches sonderpädagogisches Angebot. Dabei entschied sich die Landesregierung für eine Organisationsform, die bis dahin ohne Vorbild war. Das LFS - anfangs hieß es noch Staatliche Schule für Sehbehinderte - war als mobil und dezentral arbeitendes Förderzentrum in dieser Form einmalig in der bundesdeutschen Schullandschaft und ist es, trotz seiner vielfachen Vorbildfunktion für andere, in der gesamten Organisationsform bis heute.

Sieben Sonderpädagoginnen und -pädagogen und eine Verwaltungskraft begannen 1983 ihre Arbeit mit 46 sehbehinderten Kindern im Vorschulalter und Schülerinnen und Schülern verschiedener Altersstufen.

1987 wurde dem Wunsch der Eltern gemäß die Arbeit mit blinden Schülerinnen und Schülern in den allgemeinen Schulen aufgenommen. Bereits 1986 begann auch der wissenschaftlich begleitete und mit Bundesmitteln geförderte Schulversuch zur systematischen Begleitung von Jugendlichen mit Sehschädigung in der Phase des Übergangs von der Schule in den Beruf bis zum Ende der Berufsausbildung (heute reguläres Angebot). Ebenfalls in dieser Zeit begann die - inzwischen flächendeckende - Unterstützung und Beratung mehrfach behinderter Kinder und Jugendlicher mit Sehschädigung, insbesondere in den Schulen für Geistigbehinderte.

Mit der Erweiterung der Arbeitsbereiche und der Zunahme der Anzahl der Schülerinnen und Schüler wuchs auch die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Heute unterstützt das LFS landesweit über 900 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Sehschädigung. Die Arbeit leisten etwa 70 Pädagoginnen und Pädagogen mit unterschiedlicher sonderpädagogischer und sonstiger spezifischer Qualifikation sowie knapp zehn Verwaltungskräfte, die dem pädagogischen Bereich unmittelbar zuarbeiten.

Alle vierzehn Tage versammeln sich die Lehrkräfte in Schleswig zu Teamsitzungen, Konferenzen und Arbeitsgemeinschaften, u. a. um die Arbeit zu reflektieren und weiter zu entwickeln, um sich auszutauschen und Projekte gemeinsam zu planen.

 

Karte (c) www.pharus.eu150 Jahren Blindenbildung in Kiel

Ihre Anfänge weisen bis in das Jahr 1860 zurück, als der blinde Belgier Leonhard Simonon nach Schleswig zog, um dort als französischer Sprachlehrer zu arbeiten, und nebenbei drei blinden Kindern Unterricht zu erteilen begann.

Vollständiger Artikel: 150 Jahre Blindenbildung in Kiel [PDF, 526 KiB]